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Atlas der Mobilität, Forschungsprojekte und Ergebnisse

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Mobilität und Alltagsaktivität

Idee

Ziel dieser Untersuchung war es, die körperliche Aktivität einer besonderen Zielgruppe mithilfe von Akzelerometern (Beschleunigungssensoren) zu erfassen und zu analy­s­ieren. Als besondere Zielgruppe wurden die gebur­tenstarken Jahrgänge der Babyboomer-Generation ­gewählt (1954 bis 1969), da diese aufgrund verschiedener Charakteristika Einfluss auf (zukünftige) Mobilitätsentscheidungen nehmen. Die Untersuchung sollte herausfinden, welche Faktoren die Alltagsaktivität in dieser Generation beeinflussen.

Umsetzung

Aus vier Mittelstädten der Region Stuttgart (Ludwigsburg, Esslingen, Böblingen, Sindelfingen) wurden 5.704 zufällig ausgewählte Personen der Babyboomer-Generation zu einer Online-Befragung eingeladen. Mit der Befragung sollte der Einfluss von verschiedenen Determinanten des Mobilitätsverhaltens auf das tatsächliche Verhalten der Babyboomer analysiert werden. Die Teilnehmenden wurden nach ihren Einstellungen, ­Gewohnheiten und Absichten bezüglich ihrer Alltags­aktivität und im Hinblick auf nachhaltige Mobilitätsformen befragt. Außerdem wurden Umweltfaktoren erfragt, die aus Sicht der Nutzer*innen verändert werden müssten, um nachhaltige Mobilitätsformen attraktiver zu machen. Das Alltagsverhalten wurde mithilfe von Akzelerometern erfasst. Diese Sensoren wurden von den Teilnehmenden eine Woche lang getragen und zeichneten deren gesamte Aktivität auf. Außerdem hielten die Teilnehmenden alle Wege, die sie in diesem Zeitraum zurücklegten, in einem Wegetagebuch fest. Insgesamt nahmen 694 Babyboomer an der Online-­Befragung teil, davon beteiligten sich 122 Personen auch an der Aktivitätsuntersuchung.

Ergebnisse

Zum Zeitpunkt der Befragung nutzten insbe­sondere diejenigen Teilnehmenden nachhaltige Verkehrsmittel, die …

 

  • persönlich bereits davon überzeugt sind, durch die eigene Verkehrsmittelwahl einen Beitrag zum Umweltschutz leisten zu ­können
  • zuversichtlich sind, Strecken trotz eigener Unpässlichkeiten (wie bspw. Müdigkeit oder Zeitnot) zu Fuß zurücklegen zu können
  • gewohnt sind, mit dem ÖPNV zu fahren
  • eine nur schwach oder gar nicht ausgeprägte Absicht haben, den motorisierten Individualverkehr zu nutzen.

 

Nachfolgend sind die am häufigsten genannten Umweltfaktoren aufgelistet, die aus Sicht der Befragten verändert werden müssten, um nachhaltige Mobilitätsformen ­attraktiver zu machen:

 

ÖPNV

  • Verbesserung der Verbindungen
  • Günstigere Preise
  • Höherer Komfort wie bspw. mehr Sitzplätze und sanfteres Anfahren

 

Fahrrad fahren

  • Ausbau von Radwegen
  • Stärkere Rücksichtnahme von Autofahrer*innen
  • Transportmöglichkeit für schwere oder sperrige Lasten sowie Mitnahmemöglichkeit des Rads in öffentlichen Verkehrsmitteln

 

Zu Fuß gehen

  • Entfernung der Zielorte
  • Transportmöglichkeit für schwere oder sperrige Lasten
  • Höhere Sicherheit vor Kriminalität und bessere ­Möglichkeiten, Straßen gefahrlos zu überqueren

Fortsetzung

Wenn wir Menschen zum „Umstieg“ gewinnen wollen, müssen wir verdeutlichen, wie jede*r Einzelne einen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann. Wir müssen Anreize schaffen und Unterstützung leisten, damit Menschen Vorsätze entwickeln und ihre ­Gewohnheiten ändern. Zudem müssen ÖPNV- und Radwegenetze verbessert, Fahrpreise gesenkt und der Komfort in den öffentlichen Verkehrsmitteln erhöht werden. Die Sicherheit von ­Radfahrer*innen und Fußgänger*innen muss gewährleistet sein. Es muss Möglichkeiten geben, Lasten praktikabel transportieren zu können bzw. durch Lieferservice-­Angebote transportieren zu lassen.

Verantwortlich
INSPO – Lehrstuhl für Sport- und Gesundheitswissenschaften
Prof. Dr. Wolfgang Schlicht, Dr. Daniela Kahlert, Christina Knorr, Maren Reyer

Bearbeitungszeitraum
Juli 2016 – Dezember 2017

www.inspo.uni-stuttgart.de

REALLABOR FÜR
NACHHALTIGE MOBILITÄTSKULTUR

FUTURE CITY LAB

Universität Stuttgart
Keplerstr. 11
D-70174 Stuttgart
info@r-n-m.net